Neues Verfahren zur Behandlung von Arthroseschmerzen der LWS

Neues Verfahren zur Behandlung von Arthroseschmerzen der LWS

Print Friendly, PDF & Email

Arthrose ist ein nicht heilbarer Vorgang, der ganz selbstverständlich an allen Gelenken des menschlichen Körpers über die Zeit eintritt. Also ein ganz normaler Teil des Alterungsprozesses. Die Arthrose kann schmerzfrei oder schmerzhaft verlaufen. Sollten die arthrosebedingten Schmerzen ein kritisches Maß übersteigen, stehen Behandlungsverfahren zur Verfügung, die ganz unterschiedliche Ansätze verfolgen. Während man zum Beispiel bei Knie- oder Hüftgelenksarthrose das ganze Gelenk einfach ersetzen kann, ist das bei der Wirbelsäule nicht so einfach. Hier stehen stabilisierende Operationen, Gelenkspritzen oder Denervierungsverfahren zur Disposition. Ihr behandelnder Wirbelsäulenexperte klärt Sie gerne über Indikation und Aussichten der unterschiedlichen Behandlungsformen auf. Neu im Portfolio des Wirbelsäulenzentrums ist die sogenannten Rotacacapsulation. Wir stellen das Verfahren und die Variante der Thermodenervierung hier vor:

GRUNDLAGEN

Die einzelnen Wirbelkörper der Lendenwirbelsäule sind im seitlichen und hinteren Abschnitt durch kleine Gelenke miteinander verbunden. Diese Gelenkverbindungen werden auch Facettengelenke genannt.  Ein weiteres Gelenk befindet sich zwischen Kreuzbein und Darmbein (Iliosakralgelenk, ISG-Gelenk). Bei Verschleiß (Degeneration) oder Entzündung können diese Gelenke Ausgangspunkt von starken Schmerzen im Bereich des unteren Rückens oder des Kreuzes sein. Teilweise strahlen die Beschwerden bis in die Gesäßhälften, die Oberschenkel oder die Leisten.

WAS GESCHIEHT BEI DIESEM EINGRIFF?

Sollten konservative Maßnahmen (muskuläres Training, Bewegungstraining, Dehnungsübungen, Schmerztherapie, Infiltrationsbehandlungen, Facettenblockaden) keine anhaltende Verbesserung zeigen, ist eine Verödung der Schmerznervenfasern mit Teilentfernung der Gelenkkapsel und Abtragung der entzündlich veränderten Anteile des Facettengelenks erforderlich. Hierbei ist das Ziel, die schmerzführenden Nerven im Facetten- oder ISG-Gelenkbereich gezielt auszuschalten, damit die Schmerzen im unteren LWS- und Kreuzbereich deutlich nachlassen. Der kleine Eingriff erfolgt stationär und in Narkose. Der Eingriff ist nicht mit einer Facettenblockade oder einer Schmerznerv-Verödung (Denervation) gleichzusetzen, bei letzterer wird lediglich über elektrische, thermische oder chemische Verfahren eine kleine Läsion im Bereich der Schmerznerven gesetzt, aber das betroffene Wirbel- oder Iliosakralgelenk nicht mitbehandelt. Für den Eingriff werden Sie nach Einleitung der Narkose bäuchlings auf den Operationstisch gelagert. Nach Desinfektion werden unter Röntgen-Kontrolle an den entsprechenden Positionen der Facetten – und Iliosakralgelenke zur Markierung dünne Nadeln bzw. Drähte eingebracht, über die anschließend Führungshülsen zur Schonung des umgebenden Gewebes bis zum Zielort vorgeschoben werden.

Endoskopische Gelenktherapie: Unter Röntgenkontrolle wird ein im Durchmesser ca. 8 mm großes Endoskop bis zum zu behandelnden Gelenk geschoben. Nun kann über das Kamerasystem unter fortwährender Spülung das zu Gelenk auf dem Bildschirm dargestellt werden. Über einen seitlichen Arbeitskanal im Endoskop wird anschließend eine Thermodenervation der kleinen Schmerznervenfasern durchgeführt, die hintere Gelenkkapsel geschrumpft sowie über weitere Instrumente das degenerativ oder entzündlich veränderte seitliche Facettengelenk vorsichtig abgetragen.

Rotacapsulation: Ein dünner Draht wird unter Röntgenkontrolle exakt in das zu behandelnde Gelenk eingebracht und fixiert. Hierüber wird eine Hülse bis auf das Gelenk vorgeschoben, anschließend das Kombinationsinstrument (DenerveX®) bis zum Gelenk geführt. Es erfolgt eine 30-sekündige kombinierte Hochfrequenz-Denervation mit gleichzeitiger Rotationsbewegung des Geräteschaftes zur Teilabtragung des Gelenks sowie der Gelenkkapsel.

Die Prozedur wird im Rahmen einer Facettengelenkbehandlung meist an sechs Wirbelgelenken durchgeführt, im Rahmen einer ISG-Behandlung meist an 3 Positionen im Kreuzbein-/Darmbeinbereich. Der gesamte Eingriff wird durch wiederholte Röntgen-Kontrollen überwacht und dokumentiert. Insgesamt dauert der Eingriff ca. 20-60 Minuten.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

E-Mail (wird nicht veröffentlicht)